Opposition

Opposition ist die wichtigste Technik in Bauernendspielen.

Wenn im Endspiel nur noch Könige und Bauern vorhanden sind, treten oft Zugzwang-Siatuationen auf. Dann entscheidet das Beherrschen der Opposition über Sieg und Niederlage.

Bei der Opposition tritt Zugzwang auf.

Was ist das Ziel?

Ein König ("Angreifer") versucht am anderen König ("Verteidiger") vorbei zu kommen, weil er eine bestimmte Stelle auf dem Schachbrett erreichen will. Der Verteidiger stellt sich dem Angreifer gegenüber und versucht das zu verhindern.

Diagramm 1

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W S

Bei Opposition denkt man meistens an eine Stellung wie in Diagramm 1, in der sich die beiden König mit einem Feld Abstand direkt gegenüber stehen.

Vorstellungskraft

Das ist eine gute Gelegenheit kurz inne zu halten und eine kleine Übung für unsere Vorstellungskraft einzuschieben:

Diagramm 2

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    Es ist immer wichtig sich vorstellen zu können
  • welche Felder von Figuren angegriffen sind
  • welche Felder andere Figuren deshalb nicht betreten können

Alle Felder, die der schwarze König in einem Zug erreichen kann, sind in Diagramm 2 farblich markiert.

Diese Felder kann der weiße König nicht betreten.

Sieh dir Diagramm 2 an und präge dir den Ring aus roten Feldern ein, den der weiße König nicht betreten kann.

Jetzt sieh dir wieder Diagramm 1 an und versuche dir dort diesen Ring dort vorzustellen. Kannst du ihn sehen?

Diese und ähnliche Übungen kannst du mehrmals wiederholen, um deine Vorstellungskraft "zu schärfen".

Das Grundprinzip

Zurück zu Diagramm 1:

Stellen wir uns vor, der weiße König möchte an dem schwarzen König vorbei in Richtung der 8ten Reihe kommen.

Die drei Felder, an denen der weiße König nach vorne kommen könnte (c5, d5, e5), hat der schwarze König unter Kontrolle:

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W S

Es liegt eine Stellung mit beiderseitigem Zugzwang vor. Wer am Zug ist, ist im Nachteil und kann nicht mehr die Kontrolle über alle 3 Felder aufrecht erhalten.

Weiß am Zug kommt nicht weiter: z.B: 1.Ke4 Ke6! (Schwarz hält die Oposition aufrecht) oder 1.Kc4 Kc6!

Schwarz am Zug muss ein Feld zur Seite gehen und dann kann Weiß auf der anderen Seite vorbeikommen: 1. ... Ke6 2.Kc5 oder 1. ... Kc6 2.Ke5

Begriffe

Wenn sich die Könige wie in Diagramm 1 gegenüber stehen, sagt man derjenige, der nicht am Zug ist, "hat die Opposition".

Wenn in Diagramm 1 Weiß am Zug ist, sagt man "Schwarz hat die Opposition".

Wenn in Diagramm 1 Schwarz am Zug ist, sagt man "Weiß hat die Opposition".

Die Opposition zu haben ist etwas gutes, positives. Wenn man es schafft, die Opposition zu bekommen, hat man oft ein wichtiges Ziel erreicht.

Wer die Opposition nicht hat, muss einen Zug machen, durch den er seine Lage verschlechtert.

Formen der Opposition

Opposition kann in verschiedenen Formen auftreten.

Meistens tritt die normale Form der Opposition auf, in der sich die Könige direkt gegenüber stehen:

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senkrechte Opposition

Dass sich die Könige waagerecht gegenüberstehen kommt nicht so häufig vor:

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waagerechte Opposition

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Diagonalopposition

Die Diagonalopposition ist meistens nur eine Übergangsform und geht nach z.B. 1.Ke4 Ke6 oder 1.Kd5 Kf5 in die senkrechte oder waagerechte Form über.

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Fernopposition

Hier stehen die Könige weiter voneinander entfernt. In diesem Fall liegt eine Fernopposition vor. Nach z.B. 1.Ke4 Ke6! oder 1.Kf4 Kf6! wird aus der Fernopposition eine "normale" Opposition.

Wann ist es Opposition und wann nicht?

Gerade wenn die Könige weiter voneinander entfernt stehen haben viele Schachspieler Probleme zu entscheiden, ob sie in Opposition zueinander stehen oder nicht.

Das liegt aber nicht daran das es kompliziert ist, sondern daran das viele Schachspieler diese Definition nicht kennen:

Diagramm 6

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Allgemeine Form der Opposition

Die Könige stehen in Opposition zueinander, wenn in dem Rechteck, dass sie bilden, alle Ecken dieselbe Farbe haben.